2. August
Hl. Bischof, Bekenner und Kirchenlehrer Alfons Maria von Liguori
Duplex
Allgemeiner Festtag S. [44].

Ant. Du bester Lehrer usw. V. Der Herr hat ihn geliebt usw. S. 24

Kirchengebet

Gott, Du hast durch Deinen heiligen Bekenner und Bischof Alfons Maria, der vor Seeleneifer glühte, Deiner Kirche eine neue Ordensfamilie geschenkt; wir bitten Dich, gib, daß wir, durch seine heilsamen Mahnungen belehrt und durch sein Beispiel gestärkt, glücklich zu Dir gelangen können; durch unsern Herrn.

Gedächtnis des hl. Papstes und Martyrers Stephan I.;

Ant. Dieser Heilige hat usw. V. Mit Herrlichkeit usw. S. 23.

Kirchengebet

Gott, Du erfreust uns durch die jährliche Festfeier Deines heiligen Martyrers und Bischofs Stephan; gib uns gnädig, daß wir, die wir sein Geburtsfest feiern, uns auch seines Schutzes erfreuen können; durch unsern Herrn.

 

2. Nachtstunde

4. Lesung

Alfons Maria von Liguori wurde zu Neapel von adeligen Eltern geboren. Schon von frühester Jugend an gab er ganz deutliche Beweise seiner Heiligkeit. Als seine Eltern ihn als Kind dem heiligen Franz von Hieronymo aus der Gesellschaft Jesu zeigten, beglückwünschte er sie und sagte ihnen, er werde 90 Jahre alt werden, werde zur Bischofswürde gelangen und der Kirche großen Segen bringen. Schon damals als Kind mied er das Spiel und suchte durch sein Wort und sein Beispiel die Knaben der Adeligen zu christlicher Bescheidenheit anzuleiten. Als Jüngling ließ er sich in fromme Vereinigungen aufnehmen und hatte seine Freude daran, wenn er in den öffentlichen Krankenhäusern den Kranken dienen, stets in den Kirchen beten und häufig den Gottesdienst besuchen konnte. Studium und Frömmigkeit verband er in so glücklicher Weise, daß er, kaum 16 Jahre alt, an der Hochschule seiner Vaterstadt den Doktorhut beider Rechte sich erwarb. Aus Gehorsam gegen seinen Vater wurde er Rechtsanwalt. In diesem Berufe erntete er großes Lob, lernte aber auch die Gefahren der Tätigkeit bei Gericht kennen und gab darum freiwillig diesen Beruf wieder auf. Ebenso lehnte er eine glänzende Heirat, die ihm sein Vater vorschlug, ab, verzichtete auf seine Rechte als Erstgeborener, hängte am Altar der heiligen Jungfrau von der Gnade sein Schwert auf und weihte sich dem Dienste Gottes. Er wurde Priester und stürmte nun mit einem solchen Eifer auf die Laster los, daß er wie ein Apostel wirkte, bald hierhin, bald dorthin eilte und ungeheuer viele Bekehrungen verkommener Menschen erreichte. Aus Mitleid vor allem mit den Armen und Bauern gründete er die Genossenschaft der Priester vom heiligsten Erlöser, die dem Vorbild des Heilands folgen, auf dem Lande, in den Dörfern und Städten den Armen die frohe Botschaft verkünden sollten.

R. Ich habe David gefunden, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt; * denn meine Hand soll ihm helfen. V. Nichts soll der Feind wider ihn vermögen und der Sohn der Verderbnis ihm nicht schaden. Denn meine...

5. Lesung

Um seinem Vorsatz nie untreu zu werden, verpflichtete er sich durch ein Gelübde für immer, keine Zeit unbenutzt vorübergehen zu lassen. Er glühte vor Seeleneifer und suchte durch Verkündigung des Gotteswortes sowie durch gelehrte und fromme Schriften Seelen für Christus zu gewinnen und sie zu einem vollkommenen Leben anzuleiten. Ja, man muß staunen, wieviele Feindseligkeiten er beigelegt, wie viele Verirrte er auf den rechten Weg des Heils zurückgeführt hat. Ganz besonders verehrte er die Gottesmutter und gab auch ein Buch heraus über ihre Vorzüge; wenn er über diese mit Feuereifer predigte, sah man mehr als einmal, wie von einem Bilde der Jungfrau aus ein wundervolles Licht sich über ihn ergoß, wie er im ganzen Gesicht leuchtete und vor dem Volk in Verzückung geriet. Ohne Unterlaß betrachtete er das Leiden des Herrn und die heilige Eucharistie und förderte in staunenswerter Weise ihre Verehrung. Wenn er vor dem Altar des heiligen Sakramentes betete oder das heilige Opfer feierte, was er niemals unterließ, zerfloß er ob der Heftigkeit seiner Liebe ganz in seraphischer Glut oder er wurde von einer außergewöhnlichen Erregung erfaßt oder den Sinnen entrückt. Mit einer staunenswerten Reinheit des Lebens, die er nie durch eine schwere Sünde befleckte, verband er eine ebenso staunenwerte Bußstrenge; er züchtigte seinen Leib durch Fasten, durch eiserne Kettchen und Bußkleider, sowie durch blutige Geißelungen. Dabei war er berühmt durch die Gabe der Weissagung, der Herzensschau, der Bilokation und der Wunder.

R. Ich habe Beistand ihm geliehen wider den Mächtigen und den Auserwählten aus meinem Volke erhöht; * denn meine Hand soll ihm helfen. V. Ich habe David, meinen Knecht, gefunden, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt. Denn meine...

6. Lesung

Kirchliche Würden, die man ihm anbot, lehnte er ganz beharrlich ab. Von Papst Klemens XIII. gezwungen, übernahm er jedoch die Leitung der Kirche St. Agatha bei Goti. Als Bischof änderte er nur die äußere Kleidung, nicht seine strenge Lebensweise. Gleich blieb seine Einfachheit, sein höchster Eifer für die christliche Zucht, sein ratloses Mühen um die Ausrottung der Laster, die Beseitigung der Irrlehren und die Erfüllung seiner übrigen Hirtenpflichten. In seiner Freigebigkeit gegen die Armen verteilte er alle kirchlichen Einkünfte an sie; als einst Lebensmittelnot herrschte, gab er selbst sein Hausgerät her, um die Hungrigen speisen zu können. Allen wurde er alles. Klosterfrauen leitete er zu einer vollkommenen Lebensweise an und sorgte für die Errichtung eines Schwesternklosters in seiner Genossenschaft. Wegen schwerer, dauernder Erkrankung legte er sein Bischofsamt nieder und kehrte arm zu seinen Schülern zurück, von denen er arm gegangen war. Wohl war er durch das Alter, die Mühen, durch langjährige Gicht und andere schwere Krankheiten körperlich gebrochen, geistig aber war er um so frischer und hörte nie auf, über himmlische Dinge zu reden oder zu schreiben, bis er schließlich 90 Jahre alt am 1. August 1787 zu Nocera bei Pagani unter den Tränen seiner Jünger sanft entschlief. Da er ob seiner Tugenden und Wunder berühmnt war, nahm ihn Papst Pius VII. im Jahre 1816 in die Zahl der Seligen auf; als er dann durch neue Wunder verherrlicht wurde, nahm ihn Gregor XVI. am Fest der heiligsten Dreifaltigkeit 1839 feierlich in die Zahl der Heiligen auf. Papst Pius IX. erhob ihn schließlich auf Vorschlag der Ritenkongregation zum Lehrer der ganzen Kirche.

R. Das ist der Mann, der vor Gott große Tugenden geübt und die ganze Erde mit seiner Lehre erfüllt hat; * er möge für die Sünden aller Völker um Vergebung flehen. V. Der ist es, der das Leben der Welt verschmäht hat und zum Himmelreich gelangt ist. Er möge... Ehre... Er möge...

Die Lesungen der 3. Nachtstunde vom Evangelium: In jener Zeit bestimmte der Herr usw. S. [17]; mit den Responsorien wie am Fest der Kirchenlehrer S. [55].

Vom hl. Papst und Martyrer Stephan I.:

9. Lesung

Stephan, ein Römer, war Papst zur Zeit der Kaiser Valerian und Gallienus. Er verordnete, daß die Priester und Diakone die heiligen Gewänder nur in der Kirche tragen sollen. Er verbot, die von Ketzern Getauften nochmals zu taufen, und schrieb an den heiligen Cyprian die folgenden Worte: Es soll nichts Neues eingeführt werden; nur das gilt, was überliefert ist. Er bekehrte auch viele zum christlichen Glauben, darunter den Tribunen Olympius mit seiner Gattin Exsuperia und seinem Sohne Theodulus, ebenso den Tribunen Nemesius mit seiner ganzen Familie; seiner Tochter Luzilla schenkte er das Augenlicht wieder. Diese alle wurden Martyrer Jesu Christi. Als die Verfolgung seitens der Kaiser immer heftiger wurde, rief Stephan die Geistlichkeit zusammen, ermunterte die Seinigen zum Martyrium, feierte ständig an den Gräbern der Martyrer das heilige Opfer und hielt dort Versammlungen. Als er einst von den Ungläubigen zum Tempel des Mars geschleppt wurde, um ihm zu opfern, weigerte er sich freimütig, bösen Geistern diese Ehrung zu erweisen, die nur Gott allein gebühre. Bei diesen Worten stürzte infolge eines Erdbebens die Bildsäule des Mars zusammen und der Tempel erzitterte. Darum flohen alle, die Stephan festhielten, und der Papst konnte in das Zömeterium der Luzina zu den Seinigen zurückkehren. Er unterrichtete sie in den Geboten Gottes und spendete ihnen das Sakrament des Leibes Christi. Als er dort gerade feierlich das Meßopfer darbrachte, kamen wiederum die Häscher der Kaiser und schlugen ihm auf seinem Thron das Haupt ab. Sein Leichnam wurde mit seinem vom Blut des Martyrers besprengten Throne von den Geistlichen im Zömeterium des Kallistus beigesetzt am 2. August. Er regierte 3 Jahre, 3 Monate und 22 Tage. Er erteilte 2l Weihen im Monat Dezember und weihte 6 Priester, 5 Diakone und 3 Bischöfe.

Tedeum.

Zur Laudes Gedächtnis des hl. Stephanus I.:

Ant. Wer sein Leben usw. V. Der Gerechte wird usw. S. 23.

Kirchengebet: Gott, Du erfreust usw. wie S. 688.

In der Vesper Gedächtnis des folgenden Tages.


Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker