25. Juli
Hl. Apostel Jakobus
Duplex 2. Klasse
Alles wie am allgemeinen Festtag der Apostel S.
[2], außer:
Kirchengebet
Herr, sei Du der Heiligmacher und Behüter Deines Volkes, auf daß es unter dem Schutze Deines heiligen Apostels Jakobus in seinem Wandel Dir gefalle und ruhigen Herzens Dir diene; durch unsern Herrn.
2. Nachtstunde
4. Lesung
Jakobus, der Sohn des Zebedäus und leibliche Bruder des Apostels Johannes, stammte aus Galiläa; mit seinem Bruder wurde er als einer der ersten Apostel berufen, verließ seinen Vater und seine Netze und folgte dem Herrn nach. Von Jesus selbst wurden beide Boanerges, d.h. Donnersöhne genannt. Er war auch einer von den drei Aposteln, die der Herr am meisten liebte und die er als Zeugen bei seiner Verklärung haben wollte, die dem Wunder beiwohnen durften, als er die Tochter des Synagogenvorstehers von den Toten auferweckte, die ferner dabei sein durften, als er auf den Ölberg ging, um zum Vater zu beten, bevor er von den Juden gefangengenommen wurde.
R. Ich sah Männer beisammen usw. S. [7].
5. Lesung
Nach der Himmelfahrt des Herrn verkündete er in Judäa und Samaria dessen Gottheit und führte sehr viele zum christlichen Glauben. Hierauf ging er nach Spanien und bekehrte auch hier manche zu Christus; von diesen wurden später vom heiligen Petrus sieben zu Bischöfen geweiht und als die ersten Bischöfe nach Spanien gesandt. Dann kehrte er nach Jerusalem zurück; dort unterwies er unter anderen auch den Zauberer Hermogenes im wahren Glauben. Daraufhin verurteilte Herodes Agrippa, der unter Kaiser Claudius zur Königswürde erhoben worden war, um sich bei den Juden beliebt zu machen, Jakobus, der freimütig Jesus als Gott bekannte, zum Tode. Als der Mann, der ihn zum Gerichtshof geführt hatte, sah, wie er so standhaft das Martyrium auf sich nahm, bekannte auch er sich sogleich als Christ.
R. Selig seid ihr usw. S. [8].
6. Lesung
Als sie zur Hinrichtung geschleppt wurden, bat er Jakobus um Verzeihung; Jakobus küßte ihn und sprach: Der Friede sei mit dir! So wurden sie also beide mit dem Beile hingerichtet, nachdem Jakobus noch kurz vorher einen Gelähmten geheilt hatte. Sein Leib wurde später nach Compostela übertragen, wo er hochverehrt wird; von der ganzen Welt strömen dort die Pilger zusammen, um ihre Andacht zu verrichten und ihre Gelübde einzulösen. Das Andenken an seinen Tod wird von der Kirche am heutigen Tag gefeiert; das ist der Tag seiner Übertragung; er selbst hat um das Osterfest als erster von den Aposteln zu Jerusalem sein Blut vergossen und so Zeugnis für Jesus Christus abgelegt.
R. Das sind die Sieger usw. S. [8].
3. Nachtstunde
Lesung aus dem hl. Evangelium nach Matthäus
7. Lesung Kap. 20, 20-23
In jener Zeit trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus, betete ihn an und bat ihn um etwas; usw.
Auslegung des hl. Johannes Chrysostomus
Niemand beunruhige sich, wenn wir sagen, die Apostel seien noch so unvollkommen gewesen; denn noch war das Mysterium des Kreuzes nicht vollbracht, noch war die Gnade des Heiligen Geistes nicht in ihre Herzen eingegossen. Wenn du aber ihre Tugenden kennenlernen willst, dann betrachte, wie sie nach Empfang der Gnade des Heiligen Geistes waren, und du wirst sehen, daß sie jede verkehrte Neigung überwunden hatten. Deshalb eben wird jetzt ihre Unvollkommenheit gezeigt, damit du deutlich sehen kannst, wie sie mit einem Male durch die Gnade geworden sind. Daß sie also nichts Geistiges erbaten und überhaupt nicht an das himmlische Reich dachten, ist klar. Doch wir wollen sehen, wie sie zu ihm hintraten und was sie sagten. Wir wünschen, sagten sie, daß Du uns alles gewährst, um was wir Dich bitten. Darauf antwortete Christus: Was wollt ihr denn? Das sagte er sicherlich nicht, weil er es nicht wußte, sondern weil er sie zur Antwort veranlassen und das Geschwür aufdecken wollte, um dann das Heilmittel aufzulegen.
R. Das sind die usw. S. [10].
8. Lesung
Sie schämten sich aber und scheuten sich, weil sie aus menschlicher Neigung darauf gekommen waren; deshalb nahmen sie Christus abseits von den andern Jüngern und fragten ihn. Es heißt nämlich: Sie gingen voraus, damit es den andern nicht bekannt werde; und jetzt erst sagten sie, was sie wollten. Sie hatten gehört, daß die Apostel auf zwölf Thronen sitzen werden, und nun wollten sie, wie ich vermute, sich die ersten Plätze in dieser Versammlung sichern. Sie wußten ja, daß sie den übrigen etwas voraus hatten. Aber sie fürchteten, Petrus könne ihnen vorgezogen werden. Darum wagten sie zu sagen: Sprich, daß einer zu Deiner Rechten, der andere zu Deiner Linken sitzen darf. Sie werden dabei sogar zudringlich und sagen: Sprich! Doch was antwortete der Herr? Um ihnen zu zeigen, daß sie nichts Geistiges erbaten, daß sie nicht einmal wußten, was sie begehrten - sie hätten auch gar nicht darum gebeten, wenn sie es gewußt hätten -, darum antwortete er ihnen: Ihr wißt nicht, um was ihr bittet: Ihr wißt nicht, wie groß, wie wunderbar das ist, wie es selbst den himmlichen Mächten nicht zusteht.
R. Das sind die heiligen Männer usw. S. [10].
9. Lesung
Und er fügte hinzu: Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Und mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde? Du siehst, wie er sie sogleich von ihrer Meinung abbringt und ihnen das gerade Gegenteil klarmacht. Er sagt: Ihr redet mit mir über Ehren und Kronen, ich dagegen rede von Kampf und Schweiß. Jetzt ist keine Zeit für Belohnungen, und auch meine Herrlichkeit wird jetzt noch nicht offenbar; jetzt ist die Zeit für Tod und Gefahren. Doch beachte auch, wie er sie schon durch die Art seines Fragens aufmuntert und anspornt. Er sagte nicht: Könnt ihr den Tod auf euch nehmen? Könnt ihr euer Blut vergießen? Sondern: Wie könnt ihr den Kelch trinken? Und um sie anzulocken, fügt er hinzu: Den ich trinken werde. Gerade dadurch, daß sie die Leiden gemeinsam mit ihm tragen sollten, sollten sie bereitwilliger werden.
Tedeum.
Zur Laudes Gedächtnis des hl. Martyrers Christophorus:
Ant. Wer sein Leben usw. V. Der Gerechte wird usw. S. 23.
Kirchengebet
Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, gib, daß wir, die wir das Fest Deines heiligen Martyrers Chrystophorus feiern, durch seine Fürsprache in der Liebe zu Dir stark werden; durch unsern Herrn.
Zur Vesper Gedächtnis des folgenden Tages.
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker