25. Juni
Hl. Wilhelm, Abt
Duplex
Allgemeiner Festtag S. [57].

Ant. Ich will ihn vergleichen  usw. V. Der Herr hat ihn geliebt usw.

Kirchengebet

Gott, Du hast in Deinen Heiligen für unsere Schwachheit ein Vorbild und einen Schutz aufgestellt, damit auch wir den Weg des Heiles wandeln können; gib, dass wir die Verdienste des heiligen Abtes Wilhelm so verehren, dass wir seine Fürbitte erlangen und seinen Fußstapfen folgen; durch unseren Herrn.

2. Nachtstunde

4. Lesung

Wilhelm war der Sohn vornehmer Eltern zu Vercelli in der Lombardei.  Kaum war er 14 Jahre alt, da unternahm er mit staunenswertem Glaubenseifer eine Wallfahrt nach Compostella zu dem berühmten Heiligtum des heiligen Jakobus. Nur mit einem Gewand bekleidet, aber mit zwei eisernen Ketten gegürtet legte er barfuß unter höchster Lebensgefahr diesen Weg zurück und erlitt die härtesten Unbilden infolge der Kälte und der Hitze, durch Hunger und Durst. Nach Italien zurückgekehrt, beabsichtigte er eine weitere Wallfahrt zum heiligen Grab des Herrn; doch verschiedene schwere Hindernisse traten dazwischen und er konnte sein Vorhaben nicht ausführen. Die göttliche Vorsehung hielt den frommen Jüngling für eine höhere und heiligere Aufgabe zurück. Nun verbrachte er unter ständigem Beten und Wachen, Schlafen auf bloßer Erde und Fasten zwei Jahre auf einem ganz einsamen Berg. Mit Gottes Hilfe schenkte er sodann einem Blinden das Augenlicht wieder. Die Kunde von diesem Wunder verbreitete sich immer weiter, und nun konnte Wilhelm nicht länger verborgen bleiben; darum dachte er wiederum an Jerusalem und machte sich freudig auf den Weg.

R. Der Herr brachte ihn zu Ehren, schützte ihn vor seinen Feinden und stellte ihn sicher vor seinen Verfolgern; * und verlieh ihm ewige Herrlichkeit. V. Der Herr führte den Gerechten auf rechten Wegen und zeigte ihm das Reich Gottes. Und verlieh...

5. Lesung

Auf Gottes Mahnung hin, der ihm erschien, ließ er jedoch von seinem Vorhaben ab. Er sollte den Italienern und anderen Völkern noch größeren Nutzen und Segen bringen. Nun erbaute er auf dem Gipfel des Berges Virgiliano, der von da ab nach der seligsten Jungfrau benannt wurde, an einer steilen, unzugänglichen Stelle mit staunenswerter Schnelligkeit ein Kloster. Dan sammelte er fromme Männer um sich und führte sie anhand bestimmter Leitsätze, die er hauptsächlich der Regel des heiligen Benedikt entnahm, sowie durch sein Wort und sein heiliges Beispiel ein in eine Lebensweise, die voll und ganz mit den Vorschriften und den Räten des Evangeliums übereinstimmt.

R. Der Herr hat ihn geliebt und ausgezeichnet, mit einem Ehrenkleid ihn angetan; * und hat ihn an den Pforten des Paradieses gekrönt. V. Der Herr hat ihn gerüstet mit dem Panzer des Glaubens und ihn ausgezeichnet. Und hat ihn...

6. Lesung

In der Folge errichtete er noch andere Klöster; von Tag zu Tag glänzte seine Heiligkeit immer mehr und sie führte ihm von allen Seiten viele Männer zu, die vom Ruf seiner Heiligkeit und seiner Wunder angezogen wurde. Denn auf seine Fürsprache hin erhielten Stumme die Sprache, Taube das Gehör, Lahme neue Kraft und die an mannigfachen unheilbaren Krankheiten litten, die Gesundheit wieder. Er verwandelte Wasser in Wein und wirkte noch viele andere Wunder. Von diesen darf folgendes nicht übergangen werden: Als ein Weib zu ihm geführt wurde, um seine Keuschheit zu Fall zu bringen, wälzte er sich auf glühenden Kohlen am Boden hin und her, ohne sich zu verletzen. Als König Roger von Neapel davon hörte, wurde er von höchster Verehrung gegen diesen Gottesmann erfüllt. Nachdem Wilhelm dem König und anderen die Stunde seines Todes vorausgesagt hatte, entschlief er schließlich, durch zahllose Tugenden und Wunder berühmt, selig im Herrn im Jahr des Heils 1142.

R. Dieser tat alles, was Gott ihm aufgetragen hatte, und er sprach zu ihm: Geh ein in meine Ruhe; * denn ich habe dich gerecht befunden vor mir unter allen Völkern. V. Dieser verachtete das Leben der Welt und gelangte zum Himmelreich. Denn ich... Ehre... Denn ich...

Die Lesungen der 3. Nachtstunde vom Evangelium: Siehe, wir haben alles verlassen usw. S [66].

Zur Laudes Gedächtnis der Oktav des hl. Johannes des Täufers wie S. 588.

Vesper vom Kapitel ab vom folgenden Tag.

Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transskript dieses Propriums: Michael van Laack (Dipl.-Theol.) - Mehrumer Str. 21 - D-46562 Voerde