23. Juni
Vigil des hl Johannes des Täufers
Das Offizium ist vom Wochentag, die Laudes an 2. Stelle. Zu allen
Tagzeiten werden die Bitten Seite 18 und 22 gebetet. Lesungen und Kirchengebete
wie folgt:
Lesung aus dem hl. Evangelium nach Lukas
1. Lesung (Kap. 1, 5-17)
In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester mit Namen Zacharias aus der Priesterklasse des Abias. Seine Frau stammte von Aaron und hieß Elisabeth; usw.
Auslegung des hl. Bischofs Ambrosius
Die göttliche Schrift lehrt uns, dass nicht nur der Lebenswandel ruhmwürdiger Menschen, sondern auch ihre Eltern zu loben sind; die unbefleckte Reinheit derer, die wir loben wollen, soll eben wie ein überkommenes Erbe aufleuchten. Denn welche Absicht hatte hier der heilige Evangelist, als zu zeigen, dass der heilige Johannes der Täufer besonderen Ruhm verdiene wegen seiner Eltern, wegen der Wunder, wegen des Lebenswandels, seines Amtes und seines Leidens? So wird auch Anna, die Mutter des heiligen Samuel, gelobt; so erbte Isaak von seinen Eltern den Adel der Frömmigkeit, den er seinen Nachkommen weiter gab. Zacharias war also ein Priester, und nicht nur ein Priester, sondern einer aus der Klasse des Abias, dass heißt ein ganz edler aus einer der vornehmsten Familien.
Die Responsorien vom betr. Wochentag
2. Lesung
Und er hatte, heißt es weiter, eine Frau aus den Töchtern Aarons. Der Adel des heiligen Johannes stammt also nicht nur von den Eltern, sondern auch von seinen Ahnen; nicht durch irdische Macht ist er ausgezeichnet, wohl aber verehrungswürdig wegen der von den Ahnen ererbten Gottesfurcht. Solche Ahnen musste der Vorläufer Christi haben, damit man sehe, dass er den Glauben an den kommenden Heiland nicht unvermittelt erhalten hatte, sondern von den Vorfahren überliefert und auf natürliche Art und Weise empfangen hatte und verkündete. Beide waren gerecht vor Gott, heißt es, und wandelten tadellos in allen Geboten und Satzungen des Herrn. Was wollen dazu jene sagen, die zur Entschuldigung ihrer Sünden glauben, kein Mensch könne ohne häufige Sünden leben und dazu die Stelle aus Job anführen: Niemand ist rein vom Sündenschmutz, auch wenn er nur einen Tag auf Erden lebt?
3. Lesung
Solchen ist zu erwidern, sie sollen erst einmal erklären, was das heißt: Der Mensch ist ohne Sünde; ob es bedeutet: Er hat überhaupt nie gesündigt, oder: Er hat aufgehört zu sündigen. Wenn sie meinen, ohne Sünde sein, heiße soviel wie: er hat überhaupt nie gesündigt, dann stimme ich Ihnen bei. Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes. Wenn sie aber behaupten: wenn jemand seine früheren Verwirrungen gutmacht und sein Leben so gestaltet, dass er von aller Sünde frei bleibt, ein solcher könne sich doch nicht von Sünden rein halten, dann kann ich ihrer Auffassung nicht bestimmen; denn wir lesen in der Schrift: So sehr hat der Herr die Kirche geliebt, dass er sie herrlich für sich selbst darstellen wollte, ohne Makel, ohne Runzel oder andere Fehler; heilig sollte sie vielmehr sein und ohne Fehl.
Kirchengebet
Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, gib, dass Deine Familie auf dem Weg des Heils voranschreite, die Mahnungen des heiligen Vorläufers Johannes befolge und so sicher zu dem gelange, den er verkündet hat, zu Jesus Christus, unserem Herrn, Deinem Sohn, der mit Dir lebt.
Vesper vom folgenden Tag
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transskript dieses Propriums: Michael van Laack(Dipl.-Theol.) - Mehrumer Str. 21 - D-46562 Voerde