18. Juni
Hl. Diakon, Bekenner und
Kirchenlehrer Ephräm der Syrer
Duplex
Allgemeiner Festtag S. [57].
Ant. z. Mag. Du bester Lehrer usw. S. [58].
Kirchengebet
Gott, Du wolltest Deine Kirche durch die staunenswerte Gelehrsamkeit und die ausgezeichneten Verdienste Deines heiligen Bekenners und Kirchenlehrers Ephräm erleuchten; wir bitten Dich demütig, schütze sie auf seine Fürsprache hin mit Deiner unvergänglichen Macht auch gegen die Schliche des Irrtums und der Bosheit; durch unsern Herrn.
Gedächtnis der hl. Martyrer Markus und Marzellianus:
Ant. Ihrer ist das Himmelreich usw. V. Freut euch im Herrn usw. S. 23.
Kirchengebet
Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, gib, daß wir, die wir das Geburtsfest Deiner heiligen Martyrer Markus und Marzellianus feiern, durch ihre Fürsprache von allen drohenden Übeln frei werden; durch unsern Herrn.
2. Nachtstunde
4. Lesung
Ephräm, von Geburt ein Syrer, war der Sohn eines Bürgers von Nisibis. Schon als Jüngling ging er zum heiligen Bischof Jakobus; von ihm ließ er sich taufen und machte in kurzer Zeit in der Heiligkeit und Gelehrsamkeit solche Fortschritte, daß er an der berühmten Schule von Nisibis, einer Stadt in Mesopotamien, als Lehrer angestellt wurde. Nach dem Tode des Bischofs Jakobus, als Nisibis von den Persern erobert wurde, ging er nach Edessa. Hier lebte er zunächst auf einem Berge bei den Mönchen; später wählte er sich das Einsiedlerleben, um dem großen Zustrom der Menschen, die zu ihm kamen, auszuweichen. Er wurde zum Diakon der Kirche von Edessa geweiht, weigerte sich aber in seiner Demut, die Priesterweihe zu empfangen. Er leuchtete im Glanze aller Tugenden und war bemüht, Frömmigkeit und Gottesfurcht in kluger Weise sich anzueigenen. Sein ganzes Vertrauen hatte er auf Gott gesetzt; um Menschliches und Vergängliches kümmerte er sich nicht; er sehnte sich ohne Unterlaß nach dem Göttlichen und Ewigen.
R. Der Herr brachte ihn zu Ehren, schützte ihn vor seinen Feinden und stellte ihn sicher vor seinen Verfolgern; * und verlieh ihm ewige Herrlichkeit. V. Der Herr führte den Gerechten auf rechten Wegen und zeigte ihm das Reich Gotts. Und verlieh...
5. Lesung
Vom Geiste Gottes wurde er nach Cäsarea in Kappadozien geführt und traf dort Basilius, den Herold der Kirche; dies Zusammentreffen wurde für beide sehr gewinnreich. Zur Widerlegung der zahllosen Irrlehren, die damals verbreitet waren und die Kirche Gottes bedrängten, sowie zur sorgfältigen Erklärung der Geheimnisse unseres Herrn Jesus Christus gab er sehr viele Schriften heraus; sie sind in syrischer Sprache verfaßt, aber fast alle ins Griechische übersetzt. Nach dem Zeugnis des heiligen Hieronymus gelangte er zu solcher Berühmtheit, daß in einigen Kirchen nach der Heiligen Schrift aus seinen Büchern vorgelesen wurde.
R. Der Herr hat ihn geliebt und ausgezeichnet, mit einem Ehrenkleid ihn angetan; * und hat ihn an den Pforten des Paradieses gekrönt. V. Der Herr hat ihn gerüstet mit dem Panzer des Glaubens und ihn ausgezeichnet. Und hat ihn...
6. Lesung
Alle seine Werke enthalten eine ganz lichtvolle, glänzende Gelehrsamkeit. Sie bewirkten es, daß dieser Heilige schon bei Lebzeiten als Lehrer der Kirche gefeiert wurde. Er verfaßte auch Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und der Heiligen; deshalb wurde er mit Recht von den Syrern die Harfe des Heiligen Geistes genannt. Vor allem zeichnete er sich aus durch eine wunderbar innige Andcht zur Unbefleckten Jungfrau. Reich an Verdiensten, entschlief er zu Edessa in Mesopotamien, am 18. Juni, zur Zeit des Kaisers Valens. Auf Bitten vieler Kardinäle, Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte und Ordensgenossenschaften erhob ihn Papst Benedikt XV. auf Vorschlag der heiligen Ritenkongregation zum Lehrer der ganzen Kirche.
R. Dieser Mann tat alles, was ihm Gott aufgetragen hatte; und er sprach zu ihm: Geh ein in meine Ruhe; * denn ich habe dich gerecht befunden vor mir unter allen Völkern. V. Dieser verachtete das Leben der Welt und gelangte zum Hmmelreich. Denn ich... Gehre... Denn ich...
3. Nachtstunde
Lesung aus dem hl. Evangelium nach Matthäus
7. Lesung - Kap. 5,13-19
In jenerZeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz schal geworden ist, womit soll dann gesalzen werden? usw.
Auslegung des hl. Diakon Ephräm, des Syrers
Es ist etwas Schönes, das Gute zu beginnen und zu Ende zu führen Gott wohlgefällig und dem Nächsten nützlich zu sein und unserem höchsten und besten Führer Jesus Christus zu gefallen, der spricht: Ihr seid das Salz der Erde und eine Säule des Himmels. Deine Mühe und Not, Geliebtester, ist wie ein Schlaf; die Ruhe nach der Mühe jedoch ist unbeschreiblich und unschätzbar. Nimm dich also sorgfältig in acht, daß du nicht beides zugleich verlierst, wenn du keines von beiden wirklich erstrebst, die gegenwärtige und die ewige Freude. Trachte lieber danach, die vollkommene Tugend zu erlangen, die mit allem geschmückt und geziert ist, was Gott lieb hat. Wenn du diese erlangst, wirst du niemals Gott beleidigen und wirst den Nächsten niemals verletzten.
R. Das ist der Mann, der große Tugenden vor Gott geübt und den Herrn aus seinem ganzen Herzen gelobt hat; * er möge für die Sünden aller Völker um Vergebung flehen. V. Seht, ein Mann ohne Tadel, ein wahrer Diener Gottes, der sich von allem Bösen rein bewahrte und in seiner Unschuld verharrte. Er möge...
8. Lesung
Diese Tugend nun wird als eine einzige, als ein einziger Schmuck bezeichnet, obwohl sie verschiedene schöne Tugenden in sich schließt. Ohne Edelsteine und glänzende Perlen kann man kein königliches Diadem anfertigen und zusammenfügen; ebenso kann auch diese einzig dastehende Tugend ohne verschiedene andere glänzende Tugenden nicht bestehen. Sie hat tatsächlich auch viel Ähnlichkeit mit einem Königsdiadem. Denn wie das Diadem, wenn ihm ein Stein oder eine Perle fehlt, auf dem königlichen Haupte nicht in seiner vollen Schönheit stahlen kann, so kann auch diese eine Tugend, wenn sie nicht mit den anderen edlen Tugenden verknüpft ist, nicht als volkommene Tugend bezeichnet werdne. Man kann sie auch mit kostbaren Speisen vergleichen, die mit den ausgesuchtesten Gewürzen zubereitet sind, bei denen aber das Salz fehlt. Wie man diese kostbaren Speisen ohne Salz nicht genießen kann, so ist auch diese einziartige Tugend, auch wenn sie von verschiedenen glänzenden, vorzüglichen Tugenden umgeben ist, wenn ihr aber die Liebe zu Gott und dem Nächsten fehlt, ganz wertlos und verächtlich.
R. Inmitten der Gemeinde hat der Herr seinen Mund geöffnet; * er erfüllte ihn mit dem Geiste der Weisheit und des Verstandes. V. Freude und Frohlocken häufte er über ihn. Er erfüllte... Ehre... Er erfüllte...
Von den hl. Martyrern Markus und Marzellianus:
9. Lesung
Die römischen Brüder Markus und Marzellianus wurden wegen ihres christlichen Glaubens vom Statthalter Fabianus festgenommen und an einen Pfahl gebunden; ihre Füße wurden zudem angenagelt. Nun sprach der Richter zu ihnen: Jetzt seid doch vernünftig, ihr Elenden, und rettet euch aus diesen Qualen! Da antworteten sie: Nie waren wir so froh beim Essen als jetzt, da wir dieses gern für Jesus Christus leiden; in seiner Liebe wollen wir nun auch feststehen. Hoffentlich läßt er uns das immer leiden, solange wir noch mit diesem sterblichen Leibe umkleidet sind! Tag und Nacht sangen sie in ihren Qualen Loblieder zu Gott; schließlich wurden sie mit Pfeilen durchbohrt und gelangten so zur Herrlichkeit des Martyriums. Ihre Leiber wurden an der Straße nach Ardea beigesetzt.
Tedeum.
Zur Laudes Gedächtnis der hl. Martyrer:
Ant. Die Harre eures Hauptes usw. V. Es frohlocken die Heiligen usw. S. 23.
Kirchengebet: Allmächtiger Gott usw. wie oben S. 567.
Vesper vom Kapitel ab vom folgenden Tag.
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker