14. Juni
Hl. Bischof und Kirchenlehrer Basilius der Große
Duplex
Allgemeiner Festtag S. [44]. Hymnus verändert.

Ant. z. Mag. Du bester Lehrer usw. S. [44].

Kirchengebet

Herr, wir bitten Dich, erhöre unsere Bitten, die wir am Festtag Deines heiligen Bekenners und Bischofs Basilius Dir vortragen; er hat Dir treu gedient; nun erlöse uns durch seine Fürsprache von aller Sündenschuld; durch unsern Herrn.

Gedächtnis des vorhergehenden Tages:

Ant. Dieser Bekenner hat usw. V. Der Herr hat den Gerechten usw. S. 24
Kirchengebet wie oben S. 563.

2. Nachtstunde

4. Lesung

Basilius, ein vornehmer Kappadozier, studierte zu Athen zusammen mit Gregor von Nazianz, seinem innigsten Freunde, mit staunenswertem Erfolge die weltlichen, darauf in einem Kloster die geistlichen Wissenschaften. In kurzer Zeit erwarb er sich bei dieser Studienlaufbahn ein ausgezeichnetes Wissen und eine solche Tugend, daß er den Beinamen der Große erhielt. Er wurde zur Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi nach dem Pontus berufen und führte diese Provinz, die von der christlichen Sitte abgewichen war, auf den Weg des Heils zurück. Daraufhin wurde er vom Bischof Eusebius von Cäserea zu seinem Gehilfen erwählt, um in dieser Stadt zu predigen; später wurde er dessen Nachfolger. Er verteidigte vor allem die Lehre, daß der Sohn dem Vater wesensgleich ist. Den Kaiser Valens, der über ihn ergrimmt war, stimmte er durch Wunder um und zwang ihn, von seinem Vorhaben, ihn in die Verbannung zu schicken, Abstand zu nehmen.

R. Ich habe David gefunden, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt; * denn meine Hand soll ihm helfen. V. Nichts soll der Feind wider ihn vermögen und der Sohn der Verderbnis ihm nicht schaden. Denn meine...

5. Lesung

Es zerbrach nämlich der Stuhl, auf dem Valens Platz nehmen wollte, um das Dekret über die Verbannung des Basilius aus der Stadt zu unterzeichnen; drei Federn nahm er in die Hand, um das Verbannungsdekret auszufertigen, doch keine davon gab Tinte her. Als er trotzdem bei seinem Vorhaben blieb, das ungerechte Dekret zu erlassen, wurden die Muskeln seiner Rechten ganz schlaff, und sie fing an zu zittern. Da zerriß Valens das Papier mit beiden Händen. In derselben Nacht aber, die dem Basilius noch zur Überlegung gestattet war, wurde die Gattin des Valens von inneren Schmerzen heftig gequält und sein einziger Sohn fiel in eine schwere Krankheit. Da erkannte er sein Unrecht und ließ Basilius rufen; sobald dieser kam, ging es mit dem Knaben besser. Als Valens dann aber Irrlehrer rief, den Knaben sich anzuschauen, starb er kurz darauf.

R. Ich habe Beistand ihm geliehen wider den Mächtigen und den Auserwählten aus meinem Volke erhöht; * denn meine Hand soll ihm helfen. V. Ich habe David, meinen Knecht, gefunden, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt. Denn meine...

6. Lesung

Staunenswert war seine Enthaltsamkeit und Abtötung; er begnügte sich mit einem einzigen Gewande; sehr gewissenhaft beobachtete er das Fasten; ununterbrochen oblag er dem Gebete; oft brachte er die ganze Nacht damit zu. Seine Jungfräulichkeit bewahrte er sein Leben lang. Er errichtete Klöster und schrieb eine Regel für die Mönche, in der er die Vorteile des beschaulichen und des tätigen Lebens weise miteinander verband. Er verfaßte auch mehrere gelehrte Schriften. Nach dem Zeugnis Gregors von Nazianz hat keiner die Heilige Schrift richtiger oder ausführlicher erklärt als er. Zuletzt schien er nur noch dem Geiste nach zu leben und nur noch aus Haut und Knochen zu bestehen. Er starb am 1. Januar.

R. Das ist der Mann, der vor Gott große Tugenden geübt und die ganze Erde mit seiner Lehre erfüllt hat; * er möge für die Sünden aller Völker um Vergebung flehen. V. Der ist es, der das Leben der Welt verschmäht hat und zum Himmelreich gelangt ist. Er möge... Ehre... Er möge...

3. Nachtstunde

Lesung aus dem hl. Evangelium nach Lukas

7. Lesung - Kap. 14,26-35

In jener Zeit sprach Jesus zu den Scharen: Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht Vater und Mutter, Weib und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben, kann er mein Jünger nicht sein; usw.

Auslegung des hl. Bischofs Basilius

Die vollkommene Entsagung besteht darin, daß wir es so weit bringen, daß wir selbst das Leben nicht mehr lieben und uns selbst das Todesurteil sprechen, daß wir also zu uns selbst kein Vertrauen mehr haben. Eine solche Entsagung beginnt mit der Losschälung von den äußeren Gütern, wie Besitz, eitler Ruhm, Lebensgewohnheiten und Liebe zu unnützen Dingen. Hierin haben uns auch die heiligen Jünger unseres Herrn, Jakobus und Johannes, ein Beispiel gegeben; sie haben ihren Vater Zebedäus und selbst ihr Schifflein, von dem ihr ganzer Lebensunterhalt abhing, verlassen; Matthäus stand selbst von der Zollbank auf und folgte dem Herrn.

R. Der Herr hat ihn geliebt und ausgezeichnet, mit einem Ehrenkleid ihn angetan; * und hat ihn an den Pforten des Paradieses gekrönt. V. Der Herr hat ihn gerüstet mit dem Panzer des Glaubens und ihn ausgezeichnet. Und hat ihn...

8. Lesung

Doch wozu brauchen wir das, was wir sagen, durch Vernunftgründe oder durch die Beispiele der Heiligen zu beweisen, da wir doch die Worte des Herrn selbst anführen und durch diese fromme, gottesfürchtige Seelen bestimmen können? Denn ganz deutlich und unwiderruflich erklärt er: So kann also keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er besitzt, mein Jünger sein. Und an einer andern Stelle hat er gesagt: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen; dann hat er hinzugefügt: Komm, und folge mir nach.

R. Inmitten der Gemeinde hat der Herr seinen Mund geöffnet; * er erfüllte ihn mit dem Geiste der Weisheit und des Verstandes. V. Freude und Frohlocken häufte er über ihn. Er erfüllte... Ehre... Er erfüllte...

9. Lesung

Die Entsagung ist also, wie wir gezeigt haben, die Lösung aller Bande, die uns an dieses irdische, zeitliche Leben fesseln, das Freiwerden von menschlichen Geschäften; dadurch werden wir immer mehr geeignet und bereit, den Weg zu wandeln, der zu Gott führt. Auch können wir ungehindert dem Besitz und dem Genuß der Güter nachgehen, die weit wertvoller sind als Gold und Edelstein. Kurz gesagt, es ist die Versetzung des menschlichen Herzens in ein himmlisches Leben; wir können dann sprechen: Unser Wandel ist im Himmel. Ja, und das ist das Größte, es ist der Beginn unserer Gleichförmigkeit mit Christus, der, da er reich war, um unseretwillen arm geworden ist.

Tedeum.

In der Vesper Gedächtnis des folgenden Tages.


Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker