6. Juni
Hl. Bischof und Bekenner
Norbert
Duplex, Allgemeiner Festtag S. [55]
Kirchengebet
Gott, Du hast Deinen heiligen Bekenner und Bischof Norbert zu einem hervorragenden Verkünder Deiner Lehre gemacht und hast durch ihn Deiner Kirche eine neue Ordensfamilie geschenkt; gib uns, wir bitten Dich, auf seine Verdienste hin, daß wir unter Deinem Beistande auch ausführen können, was er durch Wort und Tat gelehrt hat; durch unsern Herrrn.
Gedächtnis des vorhergehenden Tages:
Ant.: Ihr Heiligen usw. V. Kostbar ist usw. S. 41*.
Kirchengebet wie oben S. 964.
2. Nachtstunde
4. Lesung
Norbert war der Sohn sehr vornehmer Eltern. In seiner Jugend studierte er die schönen Wissenschaften; später kam er an den kaiserlichen Hof, lernte hier aber die Freuden der Welt verachten und beschloß, in den geistlichen Stand zu treten. Sobald er die heiligen Weihen empfangen, legte er alle weichlichen, kostbaren Kleider ab, trug ein härenes Gewand und weidmete sich ganz der Verkündigung des Wortes Gottes. Er verzichtete auf seine reiche Pfründe, verteilte sein väterliches Erbe unter die Armen, aß nur einmal am Tage, am Abend, und zwar nurFastenspeisen, ging barfuß und mit einem zerrissenen Gewande, auch bei der strengsten Winterkälte, und führte also ein Leben voll staunenswerter Strenge. Mächtig in Wort und Tat, brachte er zahllose Irrgläubige zum wahren glauben, Sünder zur Buße und Entzweite zu Fireden und Eintracht.
R. Ich habe David usw. S. [58].
5. Lesung
Als er in laon weilte, bat ihn der Bischof, seineDiözese nicht zu verlassen; und so wählte er sich dort eine einsame Gegend, die Prémontré genannt. Hier gründete er mit dreizehn Gefährten den Orden der Prämonstratenser nach der Regel des heiigen Augustin, die er in einer Erscheinung von Gott empfangen hatte. Der Ruf seiner Heiligkeit verbreitete sich von Tag zu Tagbimmer mehr, und so kamen jeden Tag zahlreiche Schüler zu ihm. Darum wurde sein Orden von Honorius II. und anderen Päpsten bestätigt. Er konnte mehrere Klöster errichten und ihn so in wunderbarer Weise ausbreiten.
R. An seinen Knechten usw. [S.50].
6. Lesung
Der heilige Willibrord wollte ihn zum Bischof weihen, doch er lehnte ab, um sich ungehinderter der Bekehrung der Ungläubigen widmen zu können. Er ging wieder nach Deutschland und bewog mehrere tausend Hessen, von ihrer Abgötterei abzulassen. Von Papst Gregor wurde er nach Rom gerufen. Er legte ein feierliches Glaubensbekenntnis in die Hand des Papstes ab und wurde von ihm zum Bischof geweiht. Dann kehrte er nach Deutschland zurück und rienigte Hessen und Thüringen vollständig von den Überresten des Götzendienstes. Wegen dieser hohen Verdienste wurde er von Gregor III. zum Erzbischof erhoben und bei seiner dritten Romreise vom Papst zum Legaten des Apostolischen Stuhles bestellt. Kraft dieser Vollmacht errichtete er vier Bistümer und hielt verschiedene Kirchenversammlungen ab; unter diesen ist die von Estiennes besonders bemerkenswert; sie fand in Belgien im Bistum Cambrai statt; damals tat Bonifatius auch sehr viel, um den Glauben in Belgien zu fördern. Vom Papst Zacharias wurde er zum Erzbischof von Mainz ernannt; auf Geheiß dieses Papstes salbte er auch Pipin zum Frankenkönig. Nach dem Tode des heiligen Willibrord übernahm er die Leitung der Kirche von Urtrecht, zunächst durch seinen Vertreter Eoban, dann persönlich; er gab nämlich das Bistum Mainz wieder ab und nahm in Utrecht seinen Sitz. Da die Friesen wieder ins Heidentum zurückgefallen waren, zog er noch einmal dorthin, um ihnen das heilige Evangelium zu verkünden. Mitten in dieser Tätigkeit wurde er mit Bischof Eoban und vielen anderen an der Borna von verbitterten Heiden grausam ermordet und so mit der Palme des Martyriums geziert. Der Leib des heiligen Bonifatius wurde nach Mainz gebracht und, wie er selbst bei Lebzeiten gewünscht hatte, im Kloster Fulda, das er errichet hatte, beigesetzt; dort wurde er durch viele Wunder verherrlicht. Papst Pius IX. dehnte das Stundengebet und die Messe zu seiner Ehre auf die ganze Kirche aus.
R. Ich habe Beistand usw. S. [58]
6. Lesung
Norbert wurde später nach Antwerpen berufen und rottete dort die gottlose Irrlehre Tanchelins aus. Er war auch mit der Gabeder Weissagung und Wunder ausgestasttet. Schließlich wurd eer torzt seines Sträubens zum Erzbischofvon Magdeburg ernannt. Energisch setzte er sich für kirchliche Zucht, besonders für die Ehelosigkeit der Geistlichen ein. Auf der Kirchenversammlung von Rheims trat erentschieden für Innozenz II. ein. Mit anderen Bischöfen ging er auch nach Rom und unterdrückte dort das Schisma Pierleonis. Schließlich entschlief der Mann Gottes, reich an Verdiensten und voll des Heiligen Geistes, zu Magdeburg im herr, am 6. Juni im Jahre des Heils 1034.
R. Das ist der Mann usw. S. [58]
Die Lesungen der 3. Nachstunde vom Evangelium: Ein Mann, der in die Fremde zog usw. S. [60]
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker