18. Mai
Hl. Martyrer Venantius
Duplex, Allgemeiner Festtag S. [47]
I. Vesper
Kapitel Weish. 5,1
Es werden die Gerechten mit großer Standhaftigkeit denen gegenüberstehen, die sie bedrängt und um die Frucht ihrer Mühsale gebracht haben.
Hymnus
Der Martyrer Venantius, / Die Zier und Leuchte seines Volks, / Siegt über Henker und Gericht, / Singt freudig den Triumphgesang. / An Jahren noch ein schwaches Kind, / Erduldet Schläge er und Haft, / Man wirft ihn wilden Löwen vor, / Die lang der Hunger schon geplagt. / Doch seiner Unschuld junges Blut / Verschont der Löwen wilde Wut, / Sie lecken seine Füße nur / Und achten ihres Hungers nicht. / Nun hängt man ihn kopfabwärts auf, / Zwingt ihn, zu atmen bittern Rauch, / Mit Fackeln wird durch Henkershand / Der wundgeschlagene Leib verbrannt. / Lob sei dem Vater und dem Sohn, / Dem Heiligen Geist auf gleichem Thron! / Verleiht uns durch Venantius / Des Himmels Freuden allezeit! Amen.
V. Ihr Heiligen und Gerechten, freut euch im Herrn, alleljua. R. Euch hat Gott sich zum Erbe erwählt, alleluja.
Ant. z. Mag. Ein ewiges Licht * wird Deinen Heiligen leuchten, Herr, auf immer und auf ewig, alleluja.
Kirchengebet
Gott, Du hast den heutigen Tag durch den Sieg Deines heiligen Martyrers Venantius geheiligt; erhöre die Bitten Deines Volkes und verleihe uns, da wir seine Verdienste feiern, daß wir auch seine Standhaftigkeit im Glauben nachahmen; durch unsern Herrn.
Gedächtnis des vorhergehenden Tages:
Ant. Dieser Bekenner hat usw. V. Der Herr hat den Gerechten usw. S. 42*.
Kirchengebet wie oben S. 939
Matutin
Tagesleitsatz: Frohlocken sollen die Heiligen im Herrn, * alleluja..
Hymnus
Der edle Streiter für den Herrn / Spricht allen Heidengötzen Fluch, Durchdrungen nur von Gotteslieb / Schätzt er sein Leben ganz gering. / Mit rauhen Stricken festgeschnallt, / Wird jählings er vom Fels gestürzt, / Von Dornen wird sein Haupt zerfleischt, / Sein Leib zerschunden am Gestein. / Bei solchem blutigen Henkersdienst / Quält großer Durst die rohe Schar: / Ein Kreuzeszeichen macht der Held, / Entlockt dem Felsen einen Quell. / O kampferprobter Gottesheld, / Der du die grimme Henkersschar / Gelabt hast durch des Wasser Trunk, / Erquick auch uns mit Gnadentau. / Lob sei dem Vater und dem Sohn, / Dem Heiligen Geist auf gleichem Thron! / Verleiht uns durch Venantius / Des Himmels Freuden allezeit! Amen.
2. Nachtstunde
4. Lesung
Venantius aus Camerino wurde mit 15 Jahren wegen des christlichen Glaubens bei Antiochus, der unter Kaiser Dezius Statthalter von Camerino war, angezeigt und stellte sich freiwillig am Stadttor dem Richter. Dieser suchte ihn lange Zeit durch Versprechungen und Drohungen zum Abfall zu bewegen; dann ließ er ihn mit Geißeln schlagen und in Ketten legen Wunderbarerweise wurde er aber von einem Engel befreit. Darauf wurde er mit Fackeln gebrannt. Dann hängte man ihn mit dem Gesicht nach unten über einem Feuer auf. Er blieb jedoch standhaft trotz aller Qualen. Darüber mußte der Gerichtsschreiber Anastasius staunen; als er vollends sah, wie Venantius wiederum von einem Engel befreit wurde und in weißem Gewande über das Feuer hinschritt, glaubte er an Christus und ließ sich mit seiner ganzen Familie vom heiligen Priester Porphyrius taufen. Bald darauf errang er zusammen mit ihm die Marterpalme.
R. Ein ewiges Licht wird Deinen Heiligen leuchten, o Herr, * auf immer und auf ewig, alleluja, alleluja. V. Ewige Freude wird auf sie herabströmen, Wonne und Frohlocken wird sie umfangen. Auf immer...
5. Lesung
Venantius wurde wiederum vor den Statthalter gebracht; nochmals versuchte dieser vergeblich, ihn zum Abfall von Christus zu bewegen; da wurde er in den Kerker geworfen. Man schickte einen Boten namens Attalus zu ihm, der ihm sagen sollte, er sei auch Christ gewesen, habe aber dieser Lehre entsagt, weil er eingesehen habe, wie falsch und töricht es sei, daß die Christen auf die gegenwärtigen Güter verzichten in der trügerischen Hoffnung auf künftige. Aber der edle Streiter Christi durchschaute die Schliche des listigen Feindes und jagte den Teufelsdiener davon. Deshalb wurde er nochmals vor den Statthalter geführt; es wurden ihm alle Zähne eingeschlagen und die Kinnlade zerschmettert. So wurde er auf einen Misthaufen geworfen. Doch auch hier wurde er von einem Engel befreit. Von neuem mußte er vor dem Richter stehen. Während Venantius redete, fiel dieser vom Stuhle und gab den Geist auf. Sein letzter Ruf war: Der Gott des Venantius ist allein der wahre; zertrümmert unsere Götzen!
R. An seinen Knechten, alleluja, * hat Gott trostvolle Freude, alleluja. V. Richten wird der Herr sein Volk; an seinen Knechten. Hat Gott...
6. Lesung
Als der Statthalter dies erfuhr, ließ er Venantius sogleich den Löwen vorwerfen. Doch diese vergaßen auf ihr wildes Wesen und legten sich ihm zu Füßen. Unterdessen unterrichtete er das Volk im katholischen Glauben. Darum wurde er weggeschafft und wieder in den Kerker geworfen. Am nächsten Tage berichtete Porphyrius dem Statthalter, er habe nachts eine Erscheinung gehabt und gesehen, wie die Leute, die Venantius mit Wasser besprengte, ganz hell leuchteten, der Statthalter selbst sei jedoch ganz tief in Finsternis gehüllt gewesen; da entbrannte dieser vor Wut und ließ Porphyrius sogleich enthaupten. Alsdann befahl er, Venantius solle bis zum Abend über Disteln und Dornen geschleift werden. Halbtot blieb er am Abend liegen. Am anderen Morgen stellte er sich wieder dem Statthalter. Sogleich ließ ihn dieser von einem Felsen herabstürzen. Aber auch hier ward er durch Gottes Hilfe gerettet. Dann wurde er von neuem tausend Schritte weit über Felsgestein geschleift. Die Soldaten verschmachteten dabei fast vor Durst; da machte Venantius ein Kreuzzeichen und in einem nahen Tal floß aus einem Stein Wasser heraus; auf diesem Stein hinterließ Venantius den Abdruck seiner Knie, wie man jetzt noch in seiner Kirche dort sehen kann. Infolge dises Wunders bekehrten sich viele zum christlichen Glauben; der Statthalter ließ sie alle an der gleichen Stelle zusammen mit Venantius enthaupten. In diesem Augenblick entstanden so heftige Gewitter und Erdbeben, daß der Statthalter die Flucht ergriff. Jedoch der göttlichen Gerechtigkeit konnte er nicht entfliehen. Nach wenigen Tagen starb er eines schimpflichen Todes. Inzwischen bestatteten die Christen die Leichname des Venantius un der anderen Blutzeugen an einer ehrenvollen Stätte. Ihre Überreste werden jetzt noch in der Kirche des heiligen Venantius zu Camerino aufbewahrt.
R. Töchter Jerusalems, kommt und seht die Martyrer mit ihren Kronen, mit denn der Herr sie gekrönt hat * am Tag der Feier und der Freude, alleluja. V. Denn er hat befestigt die Riegel deiner Tore, gesegnet deine Kinder in dir. Am Tag... Ehre... Am Tag...
Die Lesungen der 3. Nachtstunde vom Evangelium: Ich bin der wahre Weinstock usw. S. [50].
Laudes
Kapitel: Es werden die Gerechten usw. S. 941.
Hymnus
Nun ist gewichen dunkle Nacht, / Der Morgenstern zeigt an den Tag, / Da bringt Venantius, der Held, / Uns wieder seliges Himmelslicht. / Er scheucht die Sündenfinsternis / Und alle Höllennacht hinweg / Und macht den Bürgern seiner Stadt / Das wahre Gotteslicht bekannt. / Er segnet seine Vaterstadt / Durch heiliger Taufe Wasserbad, / Soldaten netzt er Haupt und Stirn, / Die mutig dann zum Sterben gehn. / Du bist jetzt in der Engel Schar. / Hör unser Flehen willig an, / Verbreibe weit, was sündhaft ist. / Erfülle uns mit deinem Licht. / Lob sei dem Vater und dem Sohn, / Dem Heiligen Geist auf gleichem Thron! / Verleiht uns durch Venantius / Des Himmels Freuden allezeit! Amen.
V. Kostbar ist in den Augen des Herrn, alleluja. R. Wenn seine Heiligen sterben, alleluja.
Ant. z. Ben. Töchter Jerusalems, * kommt und seht die Martyrer mit ihren Kronen, mit denen der Herr sie gekrönt hat am Tag der Feier und der Freude, alleluja, alleluja.
Vesper vom Kapitel ab vom folgenden Tag.
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker