13. Mai
Hl. Bischof, Bekenner u.
Kirchenlehrer Robert Bellarmin
Duplex, Allgemeiner Festtag S. [55]; Hymnus verändert.
Ant. z. Mag. Du bester Lehrer usw. S. [56].
Kirchengebet
Gott, Du hast Deinen heiligen Bischof und Lehrer Robert mit einer wunderbaren Gelehrsamkeit und Tugend ausgestattet, so daß er die feindlichen Irrlehren abwehren und die Rechte des Apostolischen Stuhles verteidigen konnte; gib durch seine Verdienste und Fürsprache, daß wir in der Liebe zur Wahrheit wachsen und daß die Irrgläubigen zur Einheit Deiner Kirche zurückkehren; durch unsern Herrn.
Gedächtnis des vorhergehenden Tages:
Ant. Ihr Heiligen und Gerechten usw. V. Kostbar ist usw. S. 41*.
Kirchengebet wie oben S. 928.
2. Nachtstunde
4. Lesung
Robert stammte aus dem Patriziergeschlecht der Bellarmini zu Montepulciano; er hatte eine sehr fromme Mutter, Cynthia Cervini, eine Schwester des Papstes Marzellus II. Schon früh zeichnete er sich durch große Frömmigkeit und Sittenreinheit aus; er hatte nur den einen Wunsch, Gott zu gefallen und Seelen für Christus zu gewinnen. In seiner Vaterstadt besuchte er das Kolleg der Jesuiten und erntete ob seiner Begabung und seiner Bescheidenheit vieles Lob. Mit 18 Jahren trat er zu Rom in diese Ordensgesellschaft ein und wurde nun für alle ein Vorbild in den klösterlichen Tugenden. Nach Beendigung der philosophischen Studien in Rom wurde er zum Studium der Theologie zunächst nach Florenz, dann nach Monreale und später nach Padua gesandt. Schließlich kam er nach Löwen; obwohl noch kein Priester, versah er hier schon mit wunderbarem Erfolge das Amt eines Predigers. Zu Löwen vollendete er seine theologische Ausbildung und wurde dort auch zum Priester geweiht. Dort trug er auch die Theologie so vorzüglich vor, daß er viele Irrgläubige in den Schoß der Kirche zurückführte und als Theologe in ganz Europa gefeiert wurde. Der heilige Bischof Karl (Borromäus) von Mailand und andere baten dringend, er solle zu ihnen kommen.
R. Ich habe David gefunden, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt: * denn meine Hand soll ihm helfen. + V. Nichts soll der Feind wider ihn vermögen und der Sohn der Verderbnis ihm nicht schaden. Denn meine...
5. Lesung
Auf Wunsch des Papstes Gregor XIII. wurde er nach Rom gerufen und übernahm im Römischen Kolleg den Lehrstuhl für Apologetik. Dort wurde er auch zum Lehrer im geistlichen Leben bestellt und wurde so auch dem engelgleichen Jüngling Aloisius Führer auf dem Weg der Heiligkeit. Eine Zeitlang leitete er das Römische Kolleg, dann die Ordensprovinz von Neapel, ganz im Geiste des heiligen Ignatius. Wiederum nach Rom zurückgekehrt, wurde er von Klemens VIII. zu wichtigen Geschäften in der Leitung der Kirche beigezogen, zum größten Segen für die katholische Sache. Bald darauf wurde er, gegen seinen Willen, obwohl er sich sträubte, in das Kardinalskollegium aufgenommen. Der Papst selbst erklärte öffentlich, daß es damals keinen in der Kirche Gottes gab, der ihm an Wissen gleichgekommen wäre. Von dem genannten Papste wurde er auch zum Bischof geweiht und leitete drei jahre lang die Erzdiözese Kapua in ganz heiligmäßiger Weise. Dann legte er dieses Amt wieder nieder und lebte nun bis zu seinem Tod in Rom. Stets war er ein uneigennütziger und treuer Berater des Papstes. Er gab auch viele ausgezeichnete Schriften heraus und erwarb sich damit vor allem das Verdienst, daß er nach dem Vorbild des heiligen Thomas entsprechend den Bedürfnissen seiner Zeit durch die unwiderstehliche Wucht seiner Beweisführung und durch eine große Fülle von Belegstellen aus der Heiligen Schrift und aus dem reichen Schatz der Kirchenväter die neuen Irrlehren überwand; er war auch ein entschlossener Vorkämpfer für die katholische Überliefgerung und für die Rechte des Papstes. Auch mehrere kleinere Erbauungschriften gab er heraus und vor allem seinen goldenen Katechismus. Trotz seiner Überlastung mit anderen wichtigen Arbeiten ließ er es sich zu Kapua und auch zu Rom nicht nehmen, Kinder und Unwissende darin zu unterrichten. Ein gleichaltriger Kardinal sagte einmal, Robert sei eigens von Gott gesandt, die Katholiken zu lehren, die Frommen zu leiten, die Irrgläubigen abzuwehren. Der heilige Franz von Sales nannte ihn eine Quelle der Weisheit; Papst Benedikt XIV. bezeichnete ihn als den Hammer der Irrgläubigen, und Bendikt XV. stellte ihn allen, die die katholische Religion verbreiten und verteidigen, als Vorbild hin.
R. Ich habe Beistand ihm geliehen wider den Mächtigen und den Auserwählten aus meinem Volke erhöht; * denn meine Hand soll ihm helfen. + Ich habe David, meinen Knecht, gefundnen, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt. Denn mein...
6. Lesung
Er war ein Eiferer für die Ordenszucht und hielt sich auch noch als Kardinal in vorbildlicher Weise daran. Er wollte keinen Besitz, der über das Notwendige hinausging. Er war mit wenigen Dienern, mit geringem Aufwand, mit bescheidener Kleidung zufrieden. Er suchte nicht seine Verwandten zu bereichern und ließ sich nur mit Mühe dazu bewegen, das eine oder das andere Mal ihnen in der Not beizuspringen. Von sich selbst dachte er sehr gering und besaß eine wunderbare Herzenseinfalt. Die Gottesmutter verehrte er in besonderer Weise; viele Stunden brachte er täglich im Gebete zu. Er aß nur wenig; dreimal in der Woche fastete er. Gegen sich selbst war er stets sehr streng, gegen den Nächsten aber voll Liebe und wurde sehr häufig Vater der Armen genannt. Mit Eifer war er darauf bedacht, daß er seine Taufunschuld auch nicht durch einen kleinen Makel beschmutzte. Fast 80 Jahre alt, fiel er im Ordenshause neben der Kirche des heiligen Andreas auf dem Quirinal in eine schwere Krankheit; nun glänzten seine Tugenden nur noch heller. Im Sterben standen ihm Papst Gregor XV. und mehrere Kardinäle zur Seite, voll Trauer, daß diese Säule der Kirche nun fallen müsse. Am Tag der Stigmatisation des heiligen Franziskus, deren allgemeine Gedächtnisfeier er veranlaßt hatte, entschlief er im Herrn im Jahre 1621. An seinem Leichenbegängnis beteiligte sich die ganze Stadt; alle bezeichneten ihn einstimmig als einen Heiligen Papst Pius XI. hat ihn zuerst selig und dann heilig gesprochen; bald darauf hat er ihn auf Vorschlag der heiligen Ritenkongregation zum Lehrer der allgemeinen Kirche erklärt. Sein Leib wird in Rom in der Kirche des heiligen Ignatius neben der Grabstätte des heiligen Aloisius, wie er es selbst gewünscht hatte, fromm verehrt.
R. Das ist der Mann, der vor Gott große Tugenden geübt und die ganze Erde mit seiner Lehre erfüllt hat: * er möge für die Sünden aller Völker um Vergebung flehen. + V. Der ist es, der das Leben der Welt verschmäht hat und zum Himmelreich gelangt ist. Er möge... Ehre... Er möge...
3. Nachtstunde
Lesung aus dem hl. Evangelium nach Matthäus
7. Lesung (Kap. 5,13-19)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz schal geworden ist, womit soll dann gesalzen werden? usw.
Auslegung des hl. Bischofs Robert Bellarmin
Wie in Gott, den wir als den Einen in der Dreifaltigkeit und als den Dreifaltigen in der Einheit anbeten, drei Dinge besonders hervorragen, seine Allmacht, seine Weisheit und seine Güte, so hat Gott, liebe Zuhörer, auch seine bevorzugten Freunde und Söhne, die Väter und Lehrer unserer heiligen Kirche, überaus mächtig, weise, gut und heilig gemacht; sie sollten ihm möglichst ähnlich sein, damit alle Völker auf sie schauen und sie bewundern lernen. Zunächst hat er sie mit Macht ausgerüstet, so daß sie in der Natur, an den Pflanzen, an den Tieren und selbst an den Menschen viele wunderbare, außerordentliche Dinge, abweichend vom gewöhnlichen Lauf der Welt, wirken konnten. Dann gab er ihnen Weisheit, so daß sie nicht nur die Gegenwart und die Vergangenheit, sondern auch die Zuklunft lange zuvor schauen und vorherverkünden konnten. Schließlich gab er ihren Herzen eine hohe feurige Liebe, so daß sie selbst mit großem Eifer an ihre Aufgabe gingen und daß auch die, die sie zu bekehren hatten, nicht nur durch ihre Worte und ihre Wunderwerke, sondern auch durch ihr Beispiel und ihr heiliges Leben angezogen wurden.
R. Der Herr hat ihn geliebt und ausgezeichnet, mit einem Ehrenkleid ihn angetan; * und hat ihn an den Pforten des Paradieses gekrönt. + V. Der Herr hat ihn gerüstet mit dem Panzer des Glaubens und ihn ausgezeichnet. Und hat ihn...
8. Lesung
Von den Glaubensboten, sowohl denen, die uns zuerst den Glauben und das Evangelium gebracht haben, wie auch von denen, die Gott später noch in jedem Jahrhundert zur Stärkung und Ausbreitung unseres Glaubens berufen hat, von ihnen weiß alle Welt, wie sie gewesen, wie fromm, wie gerecht, wie gläubig sie waren. Schaut zunächst auf die Apostel! Gibt es etwas Erhabeneres und Schöneres als das Leben der Apostel? Schaut sodann auf die großen Männer, die wir Kirchenväter und Kirchenlehrer nennen, diese hellen Leuchten, die Gott am Firmament seiner Kirche aufgehen lließ, damit durch sie alle Finsternis des Irrtums verscheucht werde, auf Irenäus, Cyprian, Hilarius, Athanasius, Basilius, die beiden Gregor, auf Ambrosius, Hieronymus, Augustinus, Chrysostomus und Cyrillus! Strahlt nicht aus den Schriften, die sie uns hinterlassen, ihr Leben und Wirken wie aus einem Spiegel uns entgegen? Der Mund spricht ja aus des Herzens fülle.
R.Inmitten der Gemeinde hat der Herr seinen Mund geöffnet; * er erfüllte ihn mit dem Geiste der Weisheit und des Verstandes. + V. Freude und Frohlocken häufte er über ihn. Er erfüllte... Ehre... Er erfüllte...
9. Lesung
Welche Demut leuchtet, ich bitte euch, neben der höchsten Geistesbildung aus den Schriften der heiligen Väter! Welche Besonnenheit! Nichts Unschönes findet sich darin, nichts Anstößiges, nichts Trügerisches, nichts Aufgeblasenes. Wie mannigfach offenbart sich in ihren Schriften der Heilige Geist, der in ihrer Brust wohnte! Wer vermag Cyprian aufmerksam zu lesen, ohne sogleich von glühendem Verlangen nach dem Martyrium erfaßt zu werden? Wer hat sich länger mit Augustinus beschäftigt und hat nicht tiefe Demut von ihm gelernt? Wer hat öfter Hieronymus zur Hand genommen und hat nicht seine Jungfräulichkeit und seine Abtötung liegewonnen? Die Schriften der Heiligen atmen Frömmigkeit, Keuschheit, Reinheit und Liebe. Das sind die Bischöfe und Hirten, um ein Wort des hl. Augustinus zu gebrauchen, die gelehrten, würdevollen, heiligen, mutigen Verteidiger der Wahrheit; sie haben den katholischen Glauben wie Milch eingesogen und wie feste Speise in sich aufgenommen; diese Milch, diese Speise teilen sie nun aus an groß und klein. Sie haben nach den Aposteln die Kirche gepflanzt, begossen, auferbaut, gehütet und genährt; durch sie ist die Kirche große geworden.
Tedeum.
In der Vesper Gedächtnis des folgenden Tages.
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker