4. Mai
Hl. Witwe Monika
Duplex
Allgemeiner Festtag S. [89].
Ant. Das Himmelreich ist gleich usw. V. In
Deiner Herrlichkeit usw. S. 42*.
Kirchengebet
Gott, Du Tröster der Betrübten und Heil aller, die auf Dich hoffen, Du hast die Tränen und Gebete der heiligen Monika für die Bekehrung ihres Sohnes Augustinus gnädig angenommen; verleihe uns auf die Fürsprache beider, daß auch wir unsere Sünden beweinen und Gnade und Verzeihung bei Dir finden; durch unsern Herrn.
2. Nachtstunde
4. Lesung
Monika war in zweifacher Hinsicht die Mutter des heiligen Augstinus; denn sie gebar ihn für die Welt und gewann ihn für den Himmel. Nach dem Tode ihres Gatten, den sie noch im hohen Alter für Jesus Christus gewann, lebte sie als Witwe keusch und rein und widmete sich den Werken der Nächstenliebe. Unablässig flehte sie unter Tränen zu Gott für ihren Sohn, der in die Sekte der Manichäer geraten war. Sie folgte ihm auch nach Mailand; häufig mahnte sie ihn, zu Bischof Ambrosius zu gehen. Er tat dies auch; durch die Predigten des Ambrosius und durch die Unterredungen mit ihm kam er zu der Überzeugung, daß der katholische Glaube der wahre ist, und ließ sich von Ambrosius taufen.
R. Um der Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit willen * wird deine Rechte dich wunderbar führen. + V. In deiner Herrlichkeit und Schönheit ziehe hin, schreite glücklich voran und herrsche. Es wird deine...
5. Lesung
Bald machten sie sich auf, um nach Afrika zurückzukehren. Zu Ostia am Tiber mußten sie sich länger aufhalten. Da wurde Monika vom Fieber gepackt. Während der Krankheit verlor sie eines Tages das Bewußtsein; als sie wieder zu sich kam, fragte sie: Wo war ich denn? Und die Umstehenden anschauend, sprach sie: Begrabt hier eure Mutter! Nur um eines bitte ich euch: Gedenket meiner am Altare des Herrn! Am 9. Tage gab die heilige Frau ihre Seele Gott zurück. Ihr Leib wurde daselbst in der Kirche der heiligen Aurea bestattet. Später, unter Papst Martin V., wurde er nach Rom übertragen und in der Kirche des heiligen Augustinus ehrenvoll beigestezt.
R. Du liebest Gerechtigkeit und hassest das Unrecht; * deshalb hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öle der Freude gesalbt. + V. Um der Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit willen. Deshalb...
6. Lesung
Nach der Schilderung des Todes seiner Mutter schreibt Augustinus weiter: Wir hielten es nicht für angebracht, unter Klagen und Weinen sie zu Grabe zu tragen; denn sie war nicht unglücklich und nicht für immer gestorben; daran hielten wir auf Grund ihres Lebenswandels in ungeheucheltem Glauben aus sicheren Gründen fest. Ich vergegenwärtigte mir allmählich wieder das Bild Deiner frommen Dienerin, ihren heiligen, vertrauten Umgang mit Dir, ihr liebreiches, sanftes Verhalten gegen uns, das nun auf einmal aufgehört hatte. Da mußte ich weinen um sie und für sie; und wer darin etwas Sündhaftes finden will, daß ich den Bruchteil einer Stunde um meine Mutter weinte, die nun für meine Augen tot war, die so viele Jahre um mich geweint hatte, damit ich vor ihren Augen lebe, der soll nicht lachen darüber, sondern er soll lieber, wenn er reich an Liebe ist, weinen über meine Sünden vor Dir, o Gott, der Du Vater aller bist, die Christi Brüder sind.
R. Trügerisch ist die Anmut und eitel die Schönheit; * nur eine gottesfürchtige Frau wird gelobt. + V. Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände; sie soll Lob finden ob ihrer Werke am Stadttor. Nur eine... Ehre... Nur eine...
3. Nachtstunde
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
7. Lesung - Kap. 7, 11-16
In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt mit namen Naim; es gingen mit ihm seine Jünger und viel Volk; usw.
Auslegung des hl. Bischofs Augustinus
Über die Auferweckung dieses Jünglings freute sich seine Mutter, die Witwe; über die geistige Auferweckung von Menschen frohlockt alltäglich die Mutter Kirche. Jener war tot dem Leibe nach, diese sind es der Seele nach. Sein Tod war offensichtlich und wurde auch offensichtlich beweint; ihr Tod war unsichtbar und wurde nicht beachtet und nicht bemerkt. Doch er, der alle Toten kennt, hatte es bemerkt. Er allein wußte um sie, er, der die Macht hat, sie wieder lebendig zu machen. Denn wenn er nicht gekommen wäre, die Toten aufzuerwecken, würde der Apostel nicht sagen: Steh auf, du Schläfer, erhebe dich vom Tode, auf daß Christus dich umstrahle.
R. Ihren Mund öffnet sie zu weiser Rede, und liebreiche Weisung ist auf ihrer Zunge; sie gibt acht auf alles, was im Hause vorgeht, * sie ißt ihr Brot nicht müßig. + V. Sie fühlt und sieht, wie gut ihre Arbeit ist; nicht verlöscht ihr Licht des Nachts. Sie ißt...
8. Lesung
Von drei Toten wissen wir, daß der Herr sie sichtbar auferweckt hat, bei Tausenden hat er es unsichtbar getan. Wieviel Tote er in Wirklichkeit sichtbar auferweckt hat, wer weiß das? Denn nicht alles, was er getan hat, ist aufgezeichnet. Johannes sagt: Noch vieles andere hat Jesus gewirkt; wenn man das aufschreiben wollte, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen. Zweifellos wurden noch viele andere auferweckt, doch diese drei werden aus besonderen Gründen erwähnt. Unser Herr Jesus Christus wollte nämlich, daß wir das, was er äußerlich wirkte, auch in geistigem Sinne verstehen. Denn er wirkte seine Wunder nicht um der Wunder willen, sondern er wollte, daß das, was er wirkte, die Zuschauer zum Staunen bringe und die Einsichtigen zur Erkenntnis der Wahrheit führe.
R. Das Reich der Welt und allen Erdenschmuck habe ich verschmäht aus Liebe zu meinem Herrn Jesus Christus; * ihn habe ich gesehen und geliebt, an ihn geglaubt, ihm habe ich angehangen. + V. Es fließt mein Herz über von guter Rede; ich singe mein Lied dem König. Ihn habe... Ehre... Ihn habe...
9. Lesung
Ganz ähnlich geht es einem, der in einem schön geschriebenen Buche die Buchstaben sieht, aber nicht lesen kann. Er lobt die Handschrift des Schreibers und bewundert die Schönheit der Schriftzüge, weiß aber nicht, was sie bedeuten. Er lobt also nur, was er mit den Augen sieht, den Sinn versteht er nicht. Ein anderer lobt nicht nur die kunstvolle Schrift, sondern versteht auch den Inhalt; das ist der, der nicht bloß sehen kann wie alle andern, sondern der auch lesen kann; das kann einer nur, wenn er es gelernt hat. Genau so haben alle, welche die Wunder Christi sahen, aber nicht verstanden, was sie bedeuteten und was sie den Einsichtigen sagen wollten, über das, was geschah, gestaunt; andere haben auch über das Geschehene gestaunt, aber sie haben auch seinen Sinn verstanden. Zu diesen letzteren müssen wir in der Schule Christi gehören.
Tedeum
Vesper vom Kapitel ab vom folgenden Tag.
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker