1. Mai
Hll. Apostel Philippus und
Jakobus
Duplex II. Klasse
Alles wie an Apostelfesten S. [18] und S. [2].
I. Vesper
Antiphonen und Kapitel von der Laudes S. 901; Hymnus S. [19].
V. Ihr Heiligen und Gerechten, freuet euch im Herrn. + R. Euch hat Gott sich zum Erbe gewählt. +
Ant. z. Mag. Euer Herz betrübe sich nicht * und zage nicht. Ihr glaubt doch an Gott, so glaubt auch an mich. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen, alleluja, alleluja.
Kirchengebet
Gott, Du erfreust uns alljährlich durch die Festfeier Deiner Apostel Philippus und Jakobus; wir bitten Dich, gib, daß wir uns ihr Beispiel zur Lehre nehmen, da wir über ihre Verdienste uns freuen; durch unsern Herrn.
Gedächtnis des vorhergehenden Tages:
Ant. Komm, du Braut Christi usw. V. Anmut ist ausgegossen usw. S. 42*.
Kirchengebet
Allmächtiger Gott usw. wie S. 877.
Matutin
1. Nachtstunde
Die Lesungen der 1. Nachstunde wie am 4. Sonntag nach Ostern S. 588, in der 4. Woche nach Ostern jedoch vom betr. Wochentag, stets mit folgenden Responsorien:
Nach der 1. Lesung:
R. Glücklich der Mann, der den herrn fürchtet, alleluja; * an
seinen Geboten hängt er gar sehr, alleluja, alleluja, alleluja.
V. Ehre und Reichtum ist in seinem Haus und seine Gerechtigkeit
bleibt ewiglich. An seinen...
Nach der 2. Lesung:
R. Eure Traurigkeit, alleluja, * wird in Freude gewandelt,
alleluja, alleluja. V. Die Welt wird sich wohl freuen, ihr aber
werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit. Wird in...
Nach der 3. Lesung:
R. Kostbar ist den Augen des Herrn, alleluja, * wenn seine
Heiligen sterben, alleluja. V. Der Herr bewahrt alle ihre
Glieder, nicht eines von ihnen wird verletzt werden. Wenn
seine... Ehre... Wenn seine...
2. Nachtstunde
4. Lesung
Philippus stammte aus Bethsaida; er war einer von den zwölf Aposteln, und zwar einer der ersten, die von Christus, dem Herrn, berufen wurden. Er brachte auch dem Nathanael die Kunde, daß der verheißene Messias erschienen sei, und führte ihn zum Herrn. Welches Vertrauen er bei Christus genoß, sehen wir daraus, daß einige Heiden, die den Heiland sehen wollten, sich an Philippus wandten und daß der Herr, als er die Menschenmenge in der Wüste speisen wollte, den Philippus fragte: Woher sollen wir Brot kaufen, daß diese essen? Nach der Herabkunft des Heiligen Geiste wurde ihm Skythien zur Verkündigung des Evangeliums zugewiesen; er bekehrte fast das ganze Volk zum christlichen Glauben. Zuletzt kam er nach Hierapolis in Phrygien und wurde dort um des Namens Christi willen ans Kreuz geschlagen und mit Steinen beworfen. Dies geschah am 1. Mai. Sein Leib wurde dort von den Christen bestattet. Später wurde er nach Rom überführt und zugleich mit dem Leib des heiligen Apostels Jakobus in der Basilika der zwölf Apostel beigesetzt.
R. Ein ewiges Licht usw. S. [20]
5. Lesung
Jakobus war ein Verwandter des Herrn. Er hatte den Beinamen der Gerechte. Von Jugend an trank er keinen Wein und keine berauschenden Getränke, enthielt sich des Fleischgenusses, ließ sich nie das Haar schneiden, brauchte nie eine Salbe und nahm nie ein Bad. Ihm allein war es gestattet, in das Allerheiligste einzutreten. Er trug nur Leinenkleider; infolge seines ununterbrochenen Betens war die Haut an seinen Knien so hart geworden wie die von Kamelen. Nach der Himmelfahrt Christi wählten ihn die Apostel zum Bischof von Jerusalem. Ihm ließ auch der Apostelfürst mitteilen, daß er durch einen Engel aus dem Gefängnis befreit worden sei. Als auf dem Apostelkonzil zu Jerusalem Meinungsverschiedenheiten entstanden hinsichtlich der Verpflichtung des Gesetzes und der Beschneidung, schloß sich Jakobus der Ansicht des Petrus an und hielt an die Brüder auch eine Rede; darin legte er dar, wie auch die Heiden berufen seien, und trat dafür ein, man solle an die abwesenden Brüder schreiben, daß sie den Heiden das Joch des mosaischen Gesetzes nicht aufbürden dürften. Von ihm schreibt auch Paulus im Brief an die Galater: Einen anderen Apostel habe ich nicht gesehen, außer Jakobus, den Vewandten des Herrn.
R. Mit großer Kraft usw. S. [20].
6. Lesung
So groß war die Heiligkeit des Jakobus, daß sich die Leute nur so herandrängten, um den Saum seines Gewandes zu berühren. 30 Jahre lang leitete er ganz heiligmäßig seine Kirche und verkündete mit Ausdauer Christus, den Sohn Gottes. Im 96. Lebensjahre wurde er zuerst gesteinigt, dann auf die höchste Stelle des Tempels geführt und von da herabgestürzt. Mit zerschmetterten Gebeinen blieb er halbtot liegen; da erhob er seine Hände zum Himmel und betete zu Gott für seine Verfolger mit den Worten: Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Während er so betete, versetzte ihm ein Walker einen schweren Schlag mit einer Keule; so gab er seinen Geist auf. Es war im 7. Jahre der Regierung Neros. Er wurde neben dem Tempel, von dem er herabgestürzt worden war, bestattet. Er schrieb auch einen Brief, der zu den sieben katholischen Briefen gehört.
R. Das sind die jungen Lämmer usw. S. [20]
3. Nachtstunde
Lesung aus dem hl. Evangelium nach Johannes
7. Lesung - Kap. 14,1-13
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz betrübe sich nicht! Ihr glaubt doch an Gott, so glaubt auch an mich. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; usw.
Auslegung des hl. Bischofs Augustinus
Brüder! Wir müssen in gesteigertem Maße unsere Aufmerksamkeit zu Gott hinwenden, damit wir die Worte des heiligen Evangeliums, die wir soeben gehört, auch im Geiste irgendwie erfassen. Der Herr Jesus sagt: Euer Herz betrübe sich nicht. Ihr glaubt an Gott; glaubt auch an mich! Damit sie als Menschen den Tod nicht fürchten und deshalb verwirrt werden, tröstet er sie und bezeugt ihnen, daß auch er Gott ist. Ihr glaubt doch an Gott, sagt er; glaubt auch an mich! Wenn ihr nämlich an Gott glaubt, dann müßt ihr folgerichtig auch an mich glauben. Das wäre nicht folgerichtig, wenn Christus nicht Gott wäre.
R. Ich bin der wahre Weinstock usw. S. [20].
8. Lesung
Ihr glaubt doch an Gott; so glaubt auch an den, dem es seiner Natur nach zukommt, für den es keine Anmaßung ist, Gott gleich zu sein. Er hat sich selbst erniedrigt, aber er hat nicht die Wesenheit Gottes verloren, sondern nur die Knechtsgestalt dazu angenommen. Ihr seid in Furcht wegen des Sterbens dieser Knechtsgestalt; euer Herz betrübe sich nicht; die Gottesgestalt wird sie wieder zum Leben erwecken. Was soll aber der folgende Satz bedeuten: Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen? Sicher nur das, daß sie auch um sich selbst in Angst waren. Deshalb mußten sie hören: Euer Herz betrübe sich nicht. Wer sollte da auch nicht bange sein, als selbst dem Petrus, dem Mutigsten und Entschlossensten, gesagt wurde: Der Hahn wird nicht krähen, bevor du mich dreimal verleugnet hast.
R. Strahlend hell sind usw. S. [20]
9. Lesung
Weil es also den Anscheiun hatte, als würden sie zugrunde gehen, wenn er nicht mehr bei ihnen ist, darum waren sie mit Recht betrübt. Als sie aber hörten: Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch einen Ort zu bereiten; da atmeten sie wieder auf; da wurden sie mit Gewißheit und mit Zuversicht erfüllt, daß auch sie einst nach den Gefahren und Versuchungen mit Christus bei Gott weilen dürfen. Wenn auch auf Erden einer stärker, weiser, rechtschaffener, heiliger ist als der andere: Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Keiner von ihnen wird von dort fern gehalten werden, dort wird ein jeder entsprechend seinem Verdienst eine Wohnstätte finden.
Tedeum.
Laudes
Ant. 1. Herr, * zeige uns den Vater, und es genügt uns,
alleluja.
2. Philippus, * wer mich sieht, sieht auch meinen Vater,
alleluja.
3. Schon so lange bin ich bei euch * und ihr kennt mich noch
nicht? Philippus, wer mich sieht, sieht auch meinen Vater,
alleluja.
4. Hättet ihr mich erkannt, * so würdet ihr auch meinen Vater
kennen; von nun an werdet ihr ihn kennen, und ihr habt ihn
gesehen, alleluja, alleluja, alleluja.
5. Wenn ihr mich liebt, * so haltet meine Gebote, alleluja,
alleluja, alleluja.
Kapitel Weish. 5,1
Es werden die Gerrechten mit großer Standhaftigkeit denen gegenüberstehen, die sie bedrängt und sie um die Frucht ihrer Mühsale gebracht haben.
Hymnus und Versikel wie S. [20].
Ant. z. Ben. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, außer durch mich, alleluja.
Kirchengebet
Gott, Du erfreust uns alljährlich durch die Festfeier Deiner Apostel Philippus und Jakobus; wir bitten Dich, gib, daß wir uns ihr Beispiel zur Lehre nehmen, da wir über ihre Verdienste uns freuen; durch unsern Herrn.
Zu den Tagzeiten die Antiphonen der Laudes S. 901; vom Kapitel ab wie S. [21].
2. Vesper
Antiphonen von der Laudes S. 901; Psalmen wie S. [11], Kapitel und Hymnus wie S. [19].
V. Kostbar ist in den Augen des Herrn, allleluja. R. Wenn seine Heiligen sterben, alleluja.
Ant. z. Mag. Wenn ihr in mir bleibt und meine Wrote in euch bleiben, so wird euch alles, um was ihr bitten werdet, gegeben, alleluja, alleluja, alleluja.
Gedächtnis des folgenden Tages.
Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker